Geschichtliches

 

Was wann in Köslin geschah:

 

 

1124  Erste Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg (um 1060 – 1139),

            „Apostel der Pommern“, nach Pommern; Beginn der dortigen                

            Christianisierung

 

1181  Staatsrechtliche Eingliederung Pommerns in das Deutsche Reich

 

*

 

1188  Erste urkundliche Erwähnung des Namens Cossalitz in einer Klosterakte

 

1214  Schenkung des an dem Bergwald „Gollen“ („Berg“) gelegenen Dorfes

            Cossalitz an das Kloster Belbuk durch Herzog Bogislav II. von Pommern

            am 23. Oktober – die erste urkundliche Erwähnung Köslins

 

1266  Urkundliche Stadtgründung im Kloster Buckow durch den

            Camminer Bischof Hermann von Gleichen am 23. Mai. Er nennt die

            Stadt Cussalin und belegt sie mit Lübischem (Lübecker) Recht.

 

1278  Stiftung und Ausstattung des Zisterzienserklosters durch Hermann,

            Bischof zu Cammin am 10. November; auch schenkt er der Stadt die in

            ganz Europa vor allem durch ihr Marienbild berühmte Wallfahrtskapelle

            auf dem Gollen.

 

1286  Einhegung der Stadt mit Planken

 

1292 – 1310  Bau der dreitausend Schritte umfassenden städtischen

             Ringmauer mit drei gewölbten Toren und 45 Wachtürmen

 

1308  Bau des ersten Rathauses

 

1331  Schenkung des Dorfes Jamund durch Bischof Friedrich von Eichstädt

 

1333  Erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche zu St. Marien

 

1440 – 1447  Fehden mit Kolberg

 

1480  Gefangennahme des pommerschen Herzogs Bogislav X.

 

1504  Großer Brand am 28. Oktober, der die Stadt bis auf die Kirche und

            wenige Häuser vernichtet;

            Bau eines neuen Rathauses mitten auf dem Markt

 

1519  Erste Orgel für St. Marien

 

1530  Einführung der Reformation, erste evangelische Predigt durch den

            Lübecker Nicolaus Klein

 

1535  1500 Todesopfer der Pest

 

1556  Fürst-bischöfliche Residenz

 

1568 – 1582  Bau eines Schlosses auf den Ruinen des Zisterzienserklosters

 

1574 – 1622  Das Kösliner Schloß als Residenz der Pommerschen Herzöge

 

1575  Großer Brand in der Mühlenstraße

 

1585  1400 Todesopfer der Pest

 

1609  Einweihung der Schloßkirche; großer Brand in der Hohentorstraße

 

1627 - 1631  Kaiserliche Einquartierung während des Dreißigjährigen Krieges

 

1630  912 Todesopfer der Pest laut einer Angabe im Taufregister der Pfarrkirche

 

1631  Schwedische Einquartierung

 

1637  Aussterben des pommerschen Greifengeschlechtes mit Bogislav XIV.

 

1648  Ostpommern mit dem Bistum Cammin zum Fürstentum Brandenburg

 

1654  800 Todesopfer der Pest

 

1666  Neue Satzung für die Stadt

 

1675  Schwedische Einquartierung von Februar bis April

 

1713  Militär in der Stadt durch Friedrich Wilhelm I., König in Preußen;              

            Verfügung, die Regierung und nicht-staatliche Einrichtungen von 

            Stargard nach Köslin zu verlegen

 

1718  Vernichtung von 317 Häusern einschließlich des Rathauses, fast des

            ganzen Schlosses und der Schloßkirche durch einen Großbrand am 11.

            Oktober. Friedrich Wilhelm I., von 1713 bis 1740 König in Preußen,

            bedeutendster Förderer Köslins, setzt eine mehrere Bereiche

            umfassende Hilfsaktion für die Bürger zur Neuerrichtung ihrer Stadt  

            in Gang.

 

1719  Bau des Wasserwerks (1898 Pumpwasserwerk)

 

1720  Verlegung des Hofgerichtes nach Köslin; Bau des neuen Rathauses an der

           Südwestecke des Marktplatzes

 

1724  Enthüllung des Denkmals für König Friedrich Wilhelm I. inmitten des     

            Marktplatzes am 16. Juli;

            Beginn des Wiederaufbaues der Schloßkirche

 

1737  Bau der ersten Wasserleitung vom "Gollen" zum Markt

 

1747  Verlegung des Kirchengerichtes und der Justizbehörde für

            Vormundschaftsangelegenheiten nach Köslin

 

1760  Dreitägige Belagerung der Stadt durch die Russen unter Graf Tottleben,

            dabei Brand von 169 Häusern in den Vorstädten

 

1764  Gründung eines Kriegs- und Domänenkammer-Deputationskollegiums,

            das sich 1816...

 

1786   Beherbergung Friedrich Wilhelms II. während seiner Rückreise von

             Königsberg nach Berlin im September

 

1798   Besuch Friedrich Wilhelms III. und seiner Gemahlin Luise

             im Mai

 

1816  ...zum Regierungskollegium entwickelt

 

1816  Gründung des Lehrerseminars

 

1818  Vergrößerung des preußischen Landkreises Kreis Fürstenthum mit seiner

            Kreisstadt Köslin um 29 Dörfer des Kreises Greifenberg und drei Dörfer

            des Ostenschen Kreises im Zuge der pommerschen Kreisreform

 

1820  Anlegung der Friedrich-Wilhelm-Vorstadt

 

1821  Eröffnung des Gymnasiums am 2. Oktober

 

1825  Gründung der zweitältesten öffentlichen Sparkasse Pommerns

 

1829  Errichtung des Gollenkreuzes als Denkmal für die pommerschen

            Gefallenen der Freiheitskriege

 

1833  Gründung der Papierfabrik durch Kommerzienrat Schlutius aus Naugard

 

1845  Einweihung der ausgebauten Marienkirche in Anwesenheit Friedrich

            Wilhelms IV.

 

1859  Bau der Eisenbahnlinie Stargard - Köslin

 

1872  Auflösung des Fürstenthumer Kreises in die Kreise Köslin, Kolberg-Körlin

             und Bublitz am 1. September

 

1888  Bau des Schlachthauses sowie der Moritzschule, die 1911 erweitert wird

 

1890  Verlegung der Kadettenanstalt von Kulm nach Köslin

 

1898  Bau der Kleinbahnlinie nach Pollnow

 

1899  Bahnanschluß nach Kolberg

 

1905  Bau der Strandbahnlinie nach Großmöllen und der Kleinbahnlinie nach

             Bublitz

 

1911  Eröffnung der Stadt- und Strandbahn am 22. Dezember,

 

1925  deren Verlängerung nach Rogzow

 

1912  Pommersche Gewerbe-, Industrie- unnd Landwirtschaftsausstellung vom

            25. Mai bis zum 11. August, genannt "Weltausstellung"; erstmalige Errichtung einer   

            freitragenden Treppe 

 

1914  Bau des Flugplatzes und der LVG-Werke sowie des Bahnhofsgebäudes

 

1919  Umwandlung der Kadettenanstalt in  Staatliche Bildungsanstalt (Stabila),

             nach 1933 Nationalpolitische Erziehungsanstalt (N.P.E.A);

            Gründung des Pädagogiums Dr. Reusse

 

1923  Stadtkreis Köslin ab 1. April

 

1932  Neugründung des Landkreises Köslin nach der Auflösung des Kreises

            Bublitz am 1. August

 

1934  Beginn einer Verschickung von 700 Ferienkindern, „die in der frischen See- und Landluft                    des schönen Ostseelandes Erholung und körperliche Kräftigung finden sollten“, aus der                      Industriestadt Bochum in den Kreis Köslin im Juli.

            Von Juli 1943 bis März 1945:  Weiterführung der hilfreichen Aktion zum Schutz der Kinder                  vor dem Bombenkrieg.

 

1945  Eroberung und Besetzung der Stadt durch die sowjetrussische Rote

            Armee ab dem 1. März

 

"Mein freundliches Köslin" - von 1266 bis 1945 eine deutsche Stadt

1188 wurde die Stadt erstmals urkundlich unter dem Namen Cossalitz erwähnt und 1266 von Bischof Hermann von Gleichen zur Stadt Cussalin umgewandelt, ausgestattet mit Lübischem Recht. Bis zum 15. Jahrhundert änderte sich der Name zu Cöszlin und ist seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als Köslin aktenkundig.

1532 wurde die bis dahin katholische Stadt evangelisch, 24 Jahre später fürstbischöfliche Residenz. Sie war von 1574 bis 1622 Sitz der pommerschen Herzöge und wurde 1654 fünfte von insgesamt 14 hinterpommerschen Immediatstädten, d.h. unmittelbar dem Herrscherhaus unterstellt. Mit dem Aussterben des pommerschen Herzoggeschlechtes fiel Pommern und damit die Stadt Köslin im Zuge vertraglicher Erbfolge an das Kurfürstentum Brandenburg und wurde so 1701 Teil des Königreiches Preußen.

Beachtlich ist das Wachstum der Bevölkerung. Zählte Köslin 1809 erst 3.585 Bewohner, so waren es 1859 schon 10.500. Von 22.925 im Jahr 1909 wuchs die Einwohnerzahl trotz des Ersten Weltkrieges bis 1919 auf 27.005 und in der Zeit der Weimarer Republik auf 30.400. 1939, bei der letzten Volkszählung zu deutscher Zeit, wurden 33.479 Einwohner ermittelt.

Im Februar 1945, kurz vor der Besetzung durch die Rote Armee, hielten sich wegen der Flüchtlingstrecks aus Ost- und Westpreußen ungefähr 65.000 Menschen in der Stadt auf. Vielen gelang die Flucht vor der anrückenden Sowjetarmee. Die danach noch verbliebenen Deutschen wurden von der polnischen Zwangsverwaltung bis auf einige wenige systematisch nach Westen vertrieben oder von den Sowjets nach Osten verschleppt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollen im Juni/Juli 1945 nur noch etwa 12.000 Deutsche in Köslin gelebt haben.

Der Regierungsbezirk Köslin umfaßte die drei Stadtkreise Köslin, Kolberg und Stolp sowie die zehn Landkreise Belgard, Bütow, Greifenberg, Köslin, Kolberg-Körlin, Lauenburg, Regenwalde, Rummelsburg, Schlawe und Stolp.

Persönlichkeiten aus/für Köslin

 Mampe, Carl

 

 

 

Bechert, Franz

Heimatdichter. * 06.01.1846 in Köslin, + 09.05.1911 in Köslin.

Mein Köslin

Gleich einem Kleinod anmutreich in deiner Wälder Grün,

wie liegst du da, gebettet weich, mein freundliches Köslin.

Winkst jedem Wand‘rer gastlich zu von deines Gollen Rand,

du waldumrauschte Perle du in unserm Pommernland.

 

Im Waldversteck auf stiller Flur einst deine Wiege stand.

Du warst ein kleines Dörfchen nur, das Kossalitz genannt.

Und langsam wuchst du weiter fort in regem Schaffenssinn

zum kleinen wohlgeschäft‘gen Ort, zum Städtchen Kussalin.

 

Du hast erlebt so mancherlei in wüster Zeiten Lauf.

Du stiegst, ein Phönix, stets aufs Neu aus Schutt und Asche auf.

Dein Wächter wird der Gollen sein. Er schirmt dich treu und gut.

Und ferne wiegt zur Ruh dich ein der Ostsee blaue Flut.

Benno (Benike), Johann Ernst

Dichter, Schriftsteller, Beamter, * 12.06.1777 (11.12.1778) in Körlin, + 19. (26.) 04.1848 in Köslin.

Soldat in der preußischen Armee unter Blücher, 1813 und 1814 an den Befreiungskriegen teilgenommen, Regierungssekretär in Stettin und Berlin, Redakteur beim „Allgemeinen Pommerschen Volksblatt“ und der „Kösliner Zeitung“, Verfasser der (dritten)

„Geschichte der Stadt Coeslin von ihrer Gründung bis auf gegenwärtige Zeit. Nach Urkunden und zuverlässigen Quellen bearbeitet von Johann Ernst Benno, Königlichem expedirenden Regierungssecretair, Ritter des eisernen Kreuzes II. Classe, und des Kaiserlich Russischen St. Georgen-Ordens V. Classe. Mit einem lithogr. Plan der Stadt und ihrer nächsten Umgebung. Coeslin 1840. Druck und Verlag von C. G. Hendeß.“

Autor historischer Romane und Erzählungen: „Bogislaus der Zehnte. Herzog von Pommern“ (1822), „Das Wächterhorn von Cussalin“ (1824), „Erzählungen, Balladen und Lieder“ (1826/27), „König Burisleif und seine drei Töchter“ (1828), „Die stille Abtei“ (1829), „Die Eroberung von Garz“ (1830), „Die Stadt Stolpe“ (1831) sowie Novellen (1830 und 1831) und Gedichte (1845), alle auch erschienen bei C. G. Hendeß in Köslin.

Braun, August Ernst

Patriot, Jurist und Politiker, *27.06.1783 in Köslin, +19.09.1859 in Köslin.

Er gilt als der bedeutendste aller Kösliner Bürgermeister.

Er verweigerte 1806 als Hofgerichtsreferendar in Köslin Napoleon öffentlich den Huldigungs-/Treueid und wurde entlassen; von 1807 bis 1813 Justizbeamter in Neustettin; von 1813 bis 1814 Freiwilliger im Freikorps Lützow während der Befreiungskriege, zuletzt als Offizier; danach Magistrats- und Polizeidirektor von Köslin und vom 18.05.1816 bis zum 31.03.1859 Bürgermeister von Köslin.

Als solcher tilgte er die aus dem Dreißigjähren Krieg stammenden Stadtschulden, kultivierte er die westliche Seite des Gollens, wirkte er 1821 an der Gründung des Königlichen Stadtgymnasiums mit, ließ er um 1825 das Seminar und ein neues Rathaus bauen, die Marienkirche reparieren, die Friedrich-Wilhelm-Stadt und Spazierwege anlegen, Straßen neu pflastern, die Straßenbeleuchtung mit 24 Laternen installieren, am 03.08.1829 den Grundstein für das Gollenkreuz legen, die Strand- und die Danziger Chaussee ausbauen, die Häuser numerieren, führte er eine rationelle Bewirtschaftung des Stadtforstes ein, eröffnete er die Stadtsparkasse, kaufte er die Stadtmühle zur Modernisierung zurück, erwarb er für die Stadt das Rogzower Wäldchen und Gallenstein, bereitete er den Bau der Gasanstalt vor, ersetzte er das Feuer-Reglement von 1807 durch die Feuerordnung vom 12.05.1832 und schloß er Köslin 1859 mit der Eröffnung der Strecke nach Stargard an das Eisenbahnnetz an.

Er gehörte seit 1826 dem Provinziallandtag der Provinz Pommern an sowie dem Allgemeinen Landtag in Berlin. Er saß ab 1848 mit Ernst Moritz Arndt in der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche, dabei schloß er sich der national-liberalen Casino-Fraktion (benannt nach ihrer Versammlungsgaststätte) an. Er beteiligte sich an der Festschreibung der preußischen Verfassung; ab 1853 war er Geheimer Regierungsrat, ab März 1859 Träger des Roten Adlerordens zweiter Klasse mit Eichenlaub.

Clausius, Rudolf Julius Emanuel

Physiker und Pionier, * 02.01.1822 in Köslin, + 24.08.1888 als Universitätsprofessor in Bonn.

Universitätsprofessor in Zürich, Würzburg und Bonn.  Als einer der bedeutendsten Physiker des Jahrhunderts führte er in sein Lehrgebiet mit Arbeiten über die bewegende Kraft („kinetische Energie“) der Wärme neue Begriffe ein, die noch heute grundlegend für das Problem der Verwandlung von Wärme in Kraft sind (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik).

Dahlke, Paul

Bühnen- und Filmschauspieler, * 12.04.1904 in Streitz / Kreis Köslin, + 24.11.1984 in Salzburg.

Einer der bedeutendsten Charakterdarsteller deutscher Sprache. Besonderen Ruhm erlangte er durch seine Rollen in „Der zerbrochene Krug“, „Romanze in Moll“, „Felix Krull“, „Die Heiden von Kummerow“ und „MS Franziska“. Er spielte in 127 Filmen mit und hat über 170 Bühnenrollen verkörpert. 1966 erhielt er den Pommerschen Kulturpreis während des Bundestreffens der Kösliner in ihrer Patenstadt Minden anläßlich des 700jährigen Stadtjubiläums.

 

Fabricius, Jacob

Dichter und Hofprediger sowohl des Herzogs Bogislaw XIV. als auch Hof- und Feldprediger des Königs Gustav Adolf von Schweden, * 19.07.1593 in Köslin, +11.08.1654 als Generalsuperintendent von Hinterpommern in Stettin.

Er begleitete den König freundschaftlich verbunden auf dessen Feldzügen bis zur Überführung des Leichnams nach Wolgast. Von seinen Kirchenliedern ist das Feldlied „Verzage nicht, du Häuflein klein“ erhalten.

Franz I. von Pommern – Fürst und Herzog zu Stettin-Pommern,
der Kassuben und Wenden, Fürst von Rügen

* 24.03.1577 in Barth, + 27.11.1620 in Stettin.

Bischof zu Cammin, Herr zu Lauenburg und Bütow.

Er ließ das Kösliner Schloß zu seiner Residenz ausbauen, die zerstörte Klosterkirche als Schloßkirche wieder aufbauen und den Schloßgarten entsprechend gestalten.

Freder(us), Johann(es)

Theologe, Dichter niederdeutscher Kirchenlieder, * 29.08.1510 in Köslin, + 25.01.1562 in Wismar.

Weggefährte von Luther, Bugenhagen und Justus Jonas. Konrektor und Geistlicher in Hamburg; Professor in Greifswald, Prediger und Dirigent des geistlichen Ministeriums in Wismar.

Friedrich Wilhelm I. - König in Preußen von 1713 bis 1740

* 14.08.1688 in Berlin, + 31.05.1740 in Berlin

Sohn von Kurfürst Friedrich III. (1657 - 1713, seit dem 18.01.1701 als Friedrich I. König in Preußen) und Enkel des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688)

Sowohl für den Aufstieg Preußens als auch für den Aufbau der Stadt Köslin bedeutendster Förderer; "Soldatenkönig" genannt ohne selber geführten Krieg (außer der zweimonatigen Rückeroberung von Teilen Vorpommerns) und "Revolutionär auf dem Thron";  gewährte 1718 nach dem verhängnisvollsten der zahlreichen Brände in Köslin den Bürgern umfangreiche "königliche Gnadengeschänke" und weitere großzügige Hilfen, sorgte 1719 für eine Bewässerung der Stadt vom Gollenwald in zwei Bassins auf dem Marktplatz und bereitete 1720 mit der Einsetzung des "Oberlandesgerichtshofes zu Coeslin" der gesamten Region wirtschaftliches Erstarken.    

von Gerlach-Parsow, August Friedrich Bernhard

* 28.08.1837 auf Gut Parsow, + 27.09.1906 ebenda.

Gutsbesitzer, königlich-preußischer Landrat, Politiker; von 1872 bis 1891 Landrat des neugebildeten Kreises Köslin. Ehrenbürger der Stadt Köslin. Er gründete 1873 die Kösliner Aktien-Bierbrauerei; ließ Chausseen in der Region bauen.

Graf von Gleichen, Hermann

Bischof zu Cammin (der achte) von 1249 bis 1287.

Er förderte die Einwanderung deutschsprachiger Siedler nach Pommern. Er gab im Kloster Buckow am Buckower See in der Nähe von Rügenwalde am 23.05.1266 der Ortschaft Cossalitz den Namen Cussalin, verlieh ihr das Stadtrecht, legte die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen fest und beauftragte die Kaufleute Marquard und Hartmann mit deren Ausführung. Er ist somit der Gründer der späteren Stadt Köslin.

Er stiftete 1278 der Stadt das Jungfernkloster, das bis 1526 existierte. Danach wurde an der Stelle das Fürstenschloß errichtet. Heute stehen dort zwischen der Mühlentorstraße, der Junkerstraße und der Schloßstraße das Verwaltungsgebäude des Stadtamtes und das Verlagshaus der Tageszeitung "Glos Koszalinska". 

Grade, Hans

 Flugpionier, *17.05.1897 in Köslin, + 22.10.1946 in Borg(heide), Brandenburg.

„Vater des deutschen Motorfluges“.    

Er fliegt 1908 als erster Deutscher ein selbst konstruiertes und gebautes Motorflugzeug .Er errichtet 1909 den ersten deutschen Flugplatz. Er erbaut 1910 die erste deutsche Flugzeugfabrik. Er richtet 1910 die erste deutsche Fliegerschule ein und bildet bis 1914 rund 350 Flieger aus. Er vollführt 1910 den ersten deutschen Überlandflug von Bork(heide) in Brandenburg nach Berlin-Johannisthal. Er entwirft und baut 1911 das erste deutsche Wasserflugzeug. Er befördert 1912 die erste deutsche Luftpost. Er konstruiert und baut 1919 den ersten deutschen Kleinwagen. Dieser „Kleine Grade, das Flugzeug mit gestutzten Flügeln“, wird 1921 bei der Berliner Automobil-Ausstellung als „Volkswagen“ beworben. 1924 ist dieser der meistgebaute deutsche Kleinwagen – später nur überholt vom Hanomag-„Kommißbrot" und dem Opel "Laubfrosch".

Er war der Onkel der Schauspielerin Brigitte Grothum.

Weitergehende Informationen zu Hans Grade finden Sie im Internet z.B. unter Hans Grade Gesellschaft und Hans Grade Museum.

                                 

Grieben, Hermann

Journalist, Dichter und Schriftsteller, * 08.02.1822 in Köslin, + 24.09.1890.

Schriftleiter der Kölnischen Zeitung.

Grieben, Dr. Ludwig

Chronist von Köslin, * 14.04.1791 in Lippehne, + 01.06.1866 in Köslin.

Oberprediger von St. Marien, Professor und Subrektor am Gymnasium; er gab 1865 „Die Geschichte der Stadt Köslin“ zum Stadtjubiläum heraus.

Haken, Christian Wilhelm

Pfarrer, * 12.07.1723 in Greifswald, + 20.12.1791 in Stolp.

1749 Pastor in Jamund / Kreis Köslin, später Primus und Ephorus (Leiter) der Schule in Stolp. Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Berlin. Verfasser der 1766 anläßlich des 500. Jahrestages der Stadtgründung erschienenen (zweiten) Stadtgeschichte von Köslin; Urgroßvater von Hermann Haken.

Haken, Hermann

Jurist und Politiker, * 03.05.1828 in Köslin, + 16.07.1916 in Stettin.

Bürgermeister von Kolberg und bedeutendster Oberbürgermeister von Stettin, seit 1878.

Er errichtete von 1902 bis 1907 das bedeutendste Stettiner Bauensemble, die 500 Meter lange Hakenterrasse.

Hendel-Schütz, Henriette

Mimische Künstlerin,  * 13.02.1772 als H. Schüler in Döbeln / Sachsen, + 04.03.1849 in Köslin, wo sie seit 1830 lebte.

Hendeß, Carl Gottlieb

Verleger, Gründer der „Kösliner Zeitung“

           * in Bublitz,           + 1831

Eigentümer einer Buch- und später Steindruckerei (Vorläufer des Offsetdrucks) in der Bergstraße sowie einer Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung. Er gründete 1825 das Allgemeine Pommersche Voksblatt, aus dem die „Kösliner Zeitung“ entstand.

Henning, Johann

Evangelischer Theologe und Lehrer, * 26.07.1783 in Rügenwalde, + 05.06.18668 in Zürich.

Schüler und Freund Pestalozzis. Erster Direktor des 1816 gegründeten Kösliner Lehrerseminars. Reformator des hinterpommerschen Volksschulwesens. 1839 Ehrenbürger von Köslin.

Johann Friedrich – Herzog zu Stettin-Pommern

*27.08.1542,    09.02.1600.

Er begann 1568 als Bischof zu Cammin (1556 – 1574) mit dem Bau des Kösliner Schlosses, nachdem er das Nonnenkloster hat abreißen lassen.

Karkutsch, Ludwig

Großkaufmann, * 2.11.1813 in Köslin, + 26.09.1891 in Stettin.

Gründer des Kösliner Karkutsch-Stiftes für 66 Bewohneran der Neuklenzer Straße, am Ende der Grünstraße.

Kasimir IX. – Herzog zu Stettin-Pommern

* 22.03.1557 in Wolgast, + 10.05.1605 in Beuhausen bei Rügenwalde.

Er ließ als evangelischer Bischof zu Cammin von 1574 bis 1582 das Kösliner Schloß vollenden, das bis 1622 Residenz der pommerschen Herzöge war. Er hat auch das Schloß Kasimirsburg im Kreis Köslin errichten lassen.

Kasten, Hermann

* 8.6.1866 in Pegelow, Kreis Saatzig, + Juli 1946 in Potsdam während eines Vertriebenentransports.

Rektor der Stein-Fichte-Schule in Köslin. Herausgeber des Buches „Pommerland“, 1906 "Pommersche Dichtung der Gegenwart".

Kleist, Christian Ewald von

Offizier und Dichter, * 07.03.1715 in Zeblin / Kreis Köslin, + 24.08.1759 nach Verwundung als Major bei Kunersdorf in Frankfurt / Oder.

Er schrieb zahlreiche warmherzige vaterländische Oden, Lieder, Erzählungen und Fabeln. Hauptwerk „Der Frühling“. Vorbild für die Figur des Major Tellheim als Inbegriff aller Herzensgüte und Ritterlichkeit in  „Minna von Barnhelm“ seines Freundes Lessing.

Kleist, Ewald Jürgen von

Erfinder, Jurist, Naturwissenschaftler, * 10.06.1700 in Vietzow / Kreis Belgard, + 10.12.1748 als Hofgerichtspräsident in Köslin.

1722 Domdechant (Verwalter) in Cammin. 1746 Korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Bei einem seiner physikalischen Versuche gelang ihm 1745 die Erfindung der zunächst nach ihm benannten elektrischen Kondensatorflasche – der „Leidener oder Kleistschen Flasche“.

Lew

Die Familie stellte drei Kösliner Bürgermeister und einen Landrat sowie Ratsherren, Pfarrer, Kaufleute, Stifter und Soldaten; Mitstifter der Schweder-Stiftungen

Lorenz, Carl Adolf

Dirigent, Komponist und Musikpädagoge, * 13.08.1837 in Köslin, + 03.03.1923 in Stettin.

Von 1866 bis 1910 Nachfolger von Carl Loewe als Städtischer Musikdirektor in Stettin; vertonte als op. 7, 1-3 für Gesang und Klavier die drei Streiche "Witwe Bolte", "Meister Böck" und "Die Maikäfer" sowie als Zugabe "Letzter Streich", op. 11 für variabel gestaltbare Solostimmen und Chor aus der Bildergeschichte "Max und Moritz" von Wilhelm Busch; 1910 zum Ehrenbürger Köslins ernannt. Lebensgeschichte: „Einer und bald keiner“.

Lucas, Botho

 

 

Akkordeonist, Komponist und Chorleiter, * 02.06.1923 in Köslin, + 15.05.2012 in Köln.

Erste Auftritte mit seiner Band „5 Tango“ in Rogzow bei Köslin; ab 1940 kleinere Auftritte in Berlin; 1942 eingezogen zum Militärdienst, ab 1944 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft; 1949 zurück in Berlin gründete er das „Lucas-Trio“, 1958 das „Lucas-Quartett; ab 1959 in Köln lebend gründete er 1961 den „Botho-Lucas-Chor“; größter Erfolg mit diesem neben der „Berliner Polka“ das christliche Lied „Danke für diesen guten Morgen“; gern betreute er Kinderchöre, beispielsweise „Die Sonntagskinder“, u. a. mit Anke Engelke, sowie ferner die „Euro-Cats“; er wurde auch in den U.S.A. populär.

Wenige Jahre vor seinem Tod schenkte er seinen Landsleuten eine eigens für sie gestaltete und produzierte CD mit knappen Erzählungen und einfühlsamen Liedern aus der engeren Heimat:

Ich grüße dich, du bist immer noch für mich meine Stadt – Köslin.

Ich hab‘ heut Nacht geträumt und dann gedacht: Es war schön – Köslin.

Du kleine Stadt im Pommerland, geliebt, kaputt und abgebrannt.

Du warst für mich der Mittelpunkt der Welt…

und so hat mir die Erinnerung von dir ein schönes Märchen erzählt.

 

Seine Chorsängerin seit 1961 und spätere Lebenspartnerin bis zum Ende, Gretl Kästel:

„Botho war seiner alten Heimat sehr, sehr tief verbunden – und so blieb es auch bis ganz zuletzt. Die Hälfte seiner Seele ist immer in Pommern geblieben.“

 

Gruß - Gedenken - Abschied:

 

Zu singen nach der Melodie "Träumen von der Südsee". Zu hören unten bei "Mein Köslin". Ein Erfolgsstück der Kösliner Combo "5 Tango" unter der Leitung von Botho Lucas während der Vorkriegsjahre. Zeichnung: Rudi "Hermann" Sieg

Vorwort


Mein Köslin


Erinnerungen

von Massow, Bertha

*1872, + 06.04.1945 in Köslin

Oberin der 1868 in Stettin gegründeten Diakonissenanstalt Salem-Köslin. Sie gehörte einem alten pommerschen Adelsgeschlecht an.  1904 - erst 32 Jahre alt - hatte sie die Leitung als Oberin übernommen. Weil die Räumlichkeiten in Stettin zu eng geworden waren, verlegte man das Diakonissenmutterhaus 1913 nach Köslin und übernahm Anfang der 30er Jahre auch das Kreiskrankenhaus. Unter Bertha von Massows tatkräftiger und umsichtiger Leitung wuchs das Werk. Es waren vier „Kinderheimaten“, eine Schule für evangelische Kinderpflegerinnen und  andere Arbeit, die sie aufgebaut hatte. Ein jüdischer Junge konnte in einer der Kinderheimaten überleben, und sie stellte auch Räumlichkeiten für illegale Prüfungen der Bekennenden Kirche zur Verfügung. Vor dem Einmarsch der Roten Armee wurden die Kinder, die Säuglinge und die Patienten mit den meisten der Salemschwestern in Richtung Westen in zwei Transporten losgeschickt. Die 73-jährige Oberin blieb mit 25 Schwestern zurück. Als eine der Schwestern vor den zudringlichen Sowjetrussen bei ihr Schutz suchte, wurde die Oberin auf den Fußboden gestoßen und mit Gewehrkolben traktiert. Noch völlig kraftlos mußte sie am 10.3.1945 zusammen mit den Schwestern das Diakonissenmutterhaus, ihr Lebenswerk, verlassen. Infiziert an Ruhr starb sie am 6. April 1945 und wurde auf dem Alten Friedhof an der Mühlentorstraße beigesetzt.

Ihr Wort „Gott begräbt seine Arbeiter, aber sein Auftrag geht weiter“ ging mit den Schwestern und ließ diese schließlich in Minden in Westfalen eine neue Arbeit und eine neue Heimat finden. Hier liegt ein Ursprung für die im Jahre 1953 geschlossene Patenschaft zwischen den Städten Minden und Köslin.

Micraelius, Johann

(Johannes Lütkeschwager), * 01.09.1597 in Köslin, + 03.12.1658 in Stettin.

Wissenschaftler, Theologe, Philosoph, Dichter.

1641 Rektor des Pädagogiums Stettin, Professor der Philosophie, Doktor der Theologie.

Er gab als Rektor der Universität Greifswald, der ältesten Alma mater Preußens, in seinem Werk „Sechs Bücher vom alten Pommerland“ dessen gesamte Geschichte bis zum Erlöschen des Fürstenhauses heraus.

Moerler, Klaus

* 08.09.1931 in Köslin, + 10.05.2020 in Hamburg
Vorsitzender ab 1992 und Ehrenvorsitzender ab 2013 der Heimatkreisgruppe Köslin und des Köslin e. V.
als Organen der Pommerschen Landsmannschaft;
Herausgeber des ''Köslin-Kurier'' von 2004 bis 2017; viele Jahre Mitglied des Bundesvorstandes
der Pommerschen Landsmannschaft, zuletzt als Stellvertretender Sprecher (Vorsitzender).

Onnasch sen., Friedrich

* 08.10.1881 in Studsin, Kreis Kolmar, + 17.02.1945 in Berlinchen, Neu-Mark.

Superindent, im März 1945 von Russen erschossen, als er, nachdem er aus dem Haus getrieben worden war, zurückging, um etwas zu holen

Onnasch jun., Fritz

Pastor, am 04.03.1945 von Sowjetrussen erschossen. Er wurde in einem Garten nahe der Elisenstraße begraben.

Reusse, Dr. Adam

Militärlehrer des preußischen Kadettenkorps; am 1. April 1919 Gründer des gleichnamigen Pädagogiums unter der Bezeichnung „Höhere Privatschule mit Schülerheim“ im Hause Danziger Straße 24

Roon, Albrecht von

Reorganisator der preußischen Armee.

* 30.04.1803 in Pleushagen / Kreis Köslin, + 23.02.1879 als Generalfeldmarschall in Berlin.

1859 preußischer Kriegsminister. Seine Heeresreform befähigte Preußen, die Kriege 1866 und 1870 siegreich zu bestehen. Er setzte sich nachdrücklich für die Ernennung Otto von Bismarcks zum preußischen Minister ein, nachdem er dessen Fähigkeit in häufigem Umgang mit ihm in Zimmerhausen / Kreis Regenwalde erkannt hatte.

Schlieffen, Antonius von

Soldat und Diplomat, *11.07.1576 in Köslin, + 07.09.1650 als Schloßherr in Stettin.

Schlutius, Friedrich

Kaufmann und Unternehmer, * 20.04.1789 in Naugard, + 26.01.1855 in Köslin.

Er gründete 1833(4) die Kösliner Papierfabrik an der Fabrikstraße.

Schweder

Patrizierfamilie: Sämtliche Zweige in Köslin und Kolberg stammen von Heinrich Schweder (1568 – 1622) und Gertrud Ducherow (1574 - 1652) mit ihren neun Kindern ab. Die Familie stellte drei Kösliner Bürgermeister sowie mehrere Stadträte, Pfarrer und Kaufleute und gründete Bildungseinrichtungen, eine Bibliothek, eine Bildersammlung und 1735/36 das Altenstift / Armenhaus durch Michael Schweder in der Papenstraße 2.

Schwenkler, Franz

"Mit Herz und Hand für das Vaterland"

*28.11.1911 in Köslin, + 03.06.2003 in Lübeck

Herausgeber zahlreicher Köslin betreffender Veröffentlichungen; Vorsitzender der Heimatkreis-Ausschüsse Stadt Köslin und Kreis  Köslin-Bublitz, ab 1986 deren Ehrenvorsitzender; 1948 Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der pommerschen Heimatkreise, 1967 Präsident des Pommerschen Kreis- und Städtetages (PKST), später dessen Ehrenpräsident; 1973 Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Minden in Westfalen, Köslins Patenstadt seit 1953; 1976 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für besondere Verdienste um Volk und Staat; 1979 Goldene Ehrennadel des Bundes der Vertriebenen; 1981 Ehrenteller des Köslin-Bublitzer Patenkreises Rendsburg-Eckernförde; 1981 Schleswig-Holstein-Medaille für seine Förderung der Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund; 1983 Große Ernst-Moritz-Arndt-Medaille der Pommerschen Landsmannschaft "in dankbarer Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Wiederherstellung der Freiheit Pommerns und die Wiedervereinigung Deutschlands in einem vereinigten Europa"; 1984 Bismarck-Erinnerungsmedaille in Silber; 1985 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Aus seiner Geburts- und Heimatstadt 1946 vertrieben setzte er sich sofort nach der Ankunft in Lübeck für seine pommerschen Landsleute ein, rief die verstreuten Bürger aus Stadt- und Landkreis Köslin zusammen und führte sie zu den vorbildlichen Patenschaften mit der Stadt Minden und dem damaligen Landkreis Eckernförde. Als PKST-Präsident sorgte er dafür, daß die Vertreter aller pommerschen Städte und Kreise eine Patenschaft mit einer passenden westdeutschen Gebietskörperschaft eingingen und daß umfangreiche in den Bibliotheken zu findene Literatur über die pommerschen Städte und Landkreise geschaffen wurde. 

Selchow, Bogislav von

Dr. phil., Schriftsteller, Dichter, Geschichtsforscher, * 04.07.1877 in Köslin, + 06.02.1943 in Berlin.

Fregattenkapitän im Ersten Weltkrieg, später Freikorpsführer.

Er schuf und begründete 1931 in seinem Werk „An der Schwelle des vierten Zeitalters“eine neue Geschichtseinteilung: Vorzeit, Allzeit (Mittelalter), Ichzeit und anbrechende Wirzeit.

 

Sein 1920 sehr bekanntes Gedicht „Du nennst mich klein“:

Du nennst mich klein in meinem Lieben, beschränkt vielleicht und eng begrenzt dazu,

weil ich in deutschem Denken steh‘n geblieben und nicht modern bin so wie du.

 

Ich sah die Länder mancher Zunge; doch näher als der König Psammetich *)

steht mir der letzte deutsche Schäferjunge, der denkt und fühlt und spricht wie ich.

 

Ich bin geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt;

erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt.

*) Psammetich: Name von fünf ägyptischen Pharaonen sowie des Tyrannen von Korinth

Ulrich von Pommern, Herzog zu Stettin-Pommern

* 1589 in Barth, + 1622 in Pribbernow,
Bischof von Cammin und nicht regierender Herzog von Pommern, residierte in Köslin, ließ die sakralen Gebäude renovieren und schenkte der Schloßkirche eine Orgel.

Virchow, Rudolf

Mediziner und Politiker, * 13.10.1821 in Schivelbein, + 05.09.1902 in Berlin.

Von 1835 bis 1839 Schüler des Kösliner Gymnasiums. Begründer der deutschen pathologischen Anatomie, Anthropologe, Vorgeschichtsforscher.

Waldemann, Carl

Kaufmann, * 23.09.1849 in Köslin, + 21.08.1898 in Köslin.

Er gründete 1878 die Firma C. Waldemann, eine der bedeutendsten Fischkonservenfabriken Europas (auch: die berühmten pommerschen Spickbrüste).

Wendland, Johann David

Chronist, * 24.07.1691, +     1756 (?)

Verfasser der ersten Chronik Köslins, Titel: „Eine Sammlung unterschiedlicher, die Historie der Stadt Coeslin betreffende Sachen, welche Theils aus gedruckten Büchern, Theils und am meisten aus glaubwürdigen M. S. C. alten Uhrkunden, Inventarys, Registraturen, Acten und dergleichen geschriebenen Nachrichten zusammengetragen, auch mit einigen Beylagen bestärket seyen. Item mit Kupferstücken gezieret. von Johann David Wendland. L. L. C.“ Es folgt das zehn Kapitel enthaltene Inhaltsverzeichnis, dem etliche Handzeichnungen angehängt sind. Die Chronik war auf 76 eng beschriebenen Bogen handschriftlich verfaßt, vermutlich zwischen 1749 und 1758 (?), und befand sich in der Schwederschen Staatsbibliothek.